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philoro FAKTENCHECK: Silber-Defizit 2026

Silbermarkt 2026: Angebotsdefizit, leere Lager und steigende Nachfrage

15. März 2026

Im neuen Video von philoro TV analysiert Moderator Joachim Brandl die aktuelle Entwicklung am Silbermarkt. Die ersten Prognosen für das Jahr 2026 zeichnen ein klares Bild: Der Markt steuert auf das sechste Angebotsdefizit in Folge zu.

Gleichzeitig zeigt sich ein weiteres wichtiges Signal: Die Lagerbestände an den großen Silberbörsen gehen zurück, während die Investmentnachfrage wieder deutlich anzieht.

Was diese Entwicklungen für den Silbermarkt bedeuten und welche Faktoren aktuell besonders wichtig sind, haben wir für Sie übersichtlich zusammengefasst.

Silberpreis 2026: Eine Achterbahnfahrt

Das Jahr 2026 war für Silber bisher von außergewöhnlich starken Preisschwankungen geprägt.

Der Silberpreis erreichte:

  • erstmals über 100 US-Dollar pro Unze

  • ein kurzfristiges Hoch von fast 120 US-Dollar

  • anschließend einen Rückgang auf etwa 70 US-Dollar

  • aktuell bewegt sich der Preis wieder knapp unter 90 US-Dollar

Diese starke Volatilität ist laut Experten jedoch vor allem eine Reaktion auf kurzfristige Nachrichten und Marktbewegungen. Entscheidender sind die langfristigen Faktoren im Hintergrund – und diese bleiben weiterhin bestehen.

Zum Vergleich: Noch vor einem Jahr lag der Silberpreis bei rund 32 US-Dollar pro Unze.

Silbermarkt bleibt im Defizit

Trotz leicht steigender Produktion dürfte der Silbermarkt auch 2026 im Minus bleiben.

Die Prognosen des Silver Institute zeigen:

  • 2025: Angebotsdefizit von über 100 Millionen Unzen

  • 2026: erwartetes Defizit von rund 67 Millionen Unzen

Zwar fällt das Minus etwas geringer aus als im Vorjahr, dennoch bleibt die Situation unverändert: Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot.

Das bedeutet, dass Silber zunehmend aus bestehenden Lagerbeständen bereitgestellt werden muss.

Industrielle Nachfrage bleibt hoch

Silber ist ein zentraler Rohstoff für zahlreiche Industrien, darunter:

  • Elektronik

  • Automobilindustrie

  • erneuerbare Energien

  • Photovoltaik

Für 2026 wird zwar ein leichter Rückgang der industriellen Nachfrage erwartet – auf etwa 650 Millionen Unzen, den niedrigsten Wert seit vier Jahren.

Der Grund: Hohe Preise führen dazu, dass Unternehmen effizienter mit Silber umgehen oder teilweise nach Ersatzmaterialien suchen.

Investmentnachfrage steigt deutlich

Während die industrielle Nachfrage leicht sinkt, zieht ein anderer Faktor stark an: das Investment.

Für 2026 wird erwartet:

  • +20 % Wachstum beim physischen Investment

  • rund 227 Millionen Unzen Nachfrage

  • ein Drei-Jahres-Hoch

Vor allem im Westen entdecken Anleger Silber wieder verstärkt als Investment. Nach Jahren relativ niedriger Preise hat die starke Kursentwicklung das Interesse deutlich gesteigert.

Silberlager schrumpfen

Ein Defizit im Markt hat direkte Folgen: Silber muss aus bestehenden Lagerbeständen entnommen werden.

Aktuelle Entwicklungen zeigen sinkende Bestände an den wichtigsten Handelsplätzen:

COMEX (New York)

  • rund 345 Millionen Unzen Silber lagern aktuell

  • davon sind nur etwa 78,5 Millionen Unzen tatsächlich lieferbar

Der Großteil gehört bereits Marktteilnehmern und steht dem Markt nicht frei zur Verfügung.

LBMA (London)

Auch hier wurden zuletzt rückläufige Bestände gemeldet.

Allein im Februar wurde ein Abgang von rund 21 Millionen Unzen verzeichnet.

Fazit: Silbermarkt bleibt strukturell angespannt

Die aktuellen Prognosen zeigen ein klares Bild:

  • sechstes Angebotsdefizit in Folge

  • steigende Investmentnachfrage

  • weiterhin hohe industrielle Nutzung

  • sinkende Lagerbestände

Diese Faktoren könnten den Silbermarkt auch in Zukunft prägen.