Gold und Silber erreichen neue Höchststände – und die Ursachen liegen nicht nur im Markt, sondern in der Geopolitik. Im aktuellen FAKTENCHECK von philoro TV analysiert Moderator Joachim Brandl, wie Donald Trumps Grönland-Poker, mögliche Strafzölle und eine reale physische Knappheit die Edelmetallmärkte unter Spannung setzen.
Edelmetalle im Krisenmodus
Gold markiert ein neues Allzeithoch bei rund 4.700 US-Dollar
Silber nähert sich der 100-Dollar-Marke
Europäische Aktien geraten unter Druck
Anleger flüchten verstärkt in physische Sachwerte
Politische Eskalation, Handelskonflikte und Angebotsengpässe sorgen für eine explosive Mischung – Edelmetalle reagieren als erste.
Zölle als geopolitisches Druckmittel
Donald Trump droht ab Februar 2026 mit 10% Zöllen auf Waren aus acht europäischen Ländern – darunter Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Sollte bis Juni kein Deal über Grönland zustande kommen, könnten die Zölle sogar auf 25% steigen.
Doch es geht um mehr als Handelspolitik:
Grönland gilt als strategischer Rohstoff-Hotspot mit Vorkommen an Gold, Uran, Zink und Seltenen Erden. 23 der 34 von der EU als kritisch eingestuften Rohstoffe kommen dort vor. Wer Grönland kontrolliert, sichert sich geopolitischen Einfluss auf die Rohstoffversorgung der Zukunft.
Der „Roach Motel“-Effekt erklärt
Im Fokus steht die Logistik zwischen den beiden wichtigsten Handelsplätzen für Silber:
London (LBMA)
New York (COMEX)
Zölle könnten den physischen Transport von Silber wirtschaftlich unrentabel machen. Ein Beispiel: Bei einem Silberpreis von 90 US-Dollar würde ein 10%-Zoll rund 9 Dollar Verlust pro Unze bedeuten – zu viel für den margenschwachen Edelmetallhandel.
Die Folge:
Arbitrage-Geschäfte brechen weg
Silber fließt in die USA, kommt aber kaum zurück
London droht physisch auszutrocknen
Noch ist das Szenario nicht Realität – aber es zeigt, wie fragil das System geworden ist.
Warum Silber fundamental gestützt bleibt
Unabhängig von politischen Drohungen gibt es ein strukturelles Problem:
6. Jahr in Folge Angebotsdefizit
Nachfrage 2025: ca. 1,2 Mrd. Unzen
Angebot: nur ca. 1,1 Mrd. Unzen
Fehlmenge: 100 Mio. Unzen (≈ 3.100 Tonnen)
Die Hauptproduzenten wie Mexiko und Peru sind von europäischen Zöllen nicht betroffen. Der Markt bleibt also lieferfähig – aber angespannt. Diese Lücke bildet den langfristigen Preissockel für Silber.
China saugt physisches Silber auf
Während im Westen über Zölle diskutiert wird, passiert in Asien Entscheidendes:
Aufschläge von rund 10% auf physisches Silber an der Shanghai Gold Exchange
Käufer zahlen bis zu 10 US-Dollar pro Unze extra
Gold wird dort zeitgleich mit Abschlag gehandelt
Das Signal ist eindeutig: Der physische Hunger gilt Silber – nicht Papierkontrakten. Dieser „Asia-Sog“ wirkt wie ein globaler Staubsauger und entzieht dem Markt reale Bestände.
Knappheit schlägt Politik
Trumps Zölle sind (noch) ein Druckmittel, kein Gesetz
Ein totaler Marktkollaps bleibt Spekulation
Die physische Knappheit ist jedoch real
Silber wird zunehmend schwer verfügbar
Gold und Silber behaupten ihre Rolle als strategische Vermögensanker
Jetzt Video ansehen, um die Zusammenhänge im Detail zu verstehen – und einzuordnen, ob wir vor einer Eskalation stehen oder vor dem nächsten Kapitel eines strukturellen Edelmetall-Bullenmarktes.