Japan, jahrzehntelang die Quelle für billiges Geld und stabile Märkte, steht vor einem historischen Wendepunkt. Steigende Zinsen, ein schwacher Yen und ein Schuldenberg von beispiellosem Ausmaß setzen eine Kettenreaktion in Gang, die weit über Asien hinausreicht.
Im aktuellen FAKTENCHECK von philoro TV analysiert Moderator Joachim Brandl, warum diese Entwicklung Anleger weltweit betrifft – und weshalb Edelmetalle davon profitieren.
Das Ende einer Ära: Japans Schuldenproblem wird akut
Japan ist mit rund 250% seiner Wirtschaftsleistung verschuldet – ein globaler Rekord unter Industrienationen. Jahrzehntelang war dieses System nur durch Null- und Negativzinsen stabil. Genau dieser Schutzmechanismus fällt nun weg.
Japanische Staatsanleihen rentieren so hoch wie seit 2011 nicht mehr.
Der Yen bleibt schwach, Importe verteuern sich massiv.
Die Inflation trifft die Bevölkerung direkt – vor allem bei Lebensmitteln und Energie.
Was lange als kontrollierbar galt, wird plötzlich real spürbar. Vertrauen beginnt zu bröckeln.
Der Yen Carry Trade: Vom sicheren Gewinn zum globalen Risiko
Ein zentraler Mechanismus der Weltfinanzmärkte steht vor dem Aus:
Der sogenannte Yen Carry Trade funktionierte über Jahrzehnte nach einem einfachen Prinzip:
Geldaufnahme in Japan zu nahezu 0% Zinsen.
Anlage in höher verzinsten Märkten, etwa den USA.
Die Zinsdifferenz als nahezu risikoloser Gewinn.
Doch dieses Modell kippt jetzt:
steigende Zinsen in Japan
ein aufwertender Yen
steigende Rückzahlungskosten für Investoren
Die Folge:
Anleger lösen Positionen auf, verkaufen weltweit Aktien und Anleihen – und erhöhen die Volatilität an den globalen Märkten.
Warum sogar die US-Notenbank eingreift
Die Situation ist so angespannt, dass die New York Fed ungewöhnliche Schritte setzt, um den Yen zu stabilisieren. Hintergrund:
Japan ist der größte ausländische Gläubiger der USA
Ein Notverkauf japanischer US-Staatsanleihen würde US-Zinsen explodieren lassen
Die Fed agiert nicht altruistisch – sondern als Selbstschutz
Diese Eingriffe zeigen: Das System ist fragiler, als viele Marktteilnehmer glauben.
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