Peak Gold 2027 – Steht die weltweite Goldförderung vor ihrem Wendepunkt?
Was passiert, wenn wir den Punkt erreichen, an dem nicht mehr Gold aus der Erde geholt werden kann als heute? Ein neuer Bericht des World Gold Council liefert eine brisante Antwort: Die globale Goldförderung dürfte bereits 2027 ihren Höhepunkt erreichen – den sogenannten „Peak Gold“. philoro TV erklärt, warum das den Goldmarkt nachhaltig verändern könnte und weshalb führende Banken Gold als wichtigste Absicherung der kommenden Jahre sehen.
Was bedeutet „Peak Gold”?
“Peak Gold” beschreibt den Zeitpunkt, an dem die weltweite Goldproduktion ihr maximales Niveau erreicht. Laut World Gold Council wird dieser Punkt voraussichtlich im Jahr 2027 liegen. Danach ist kein abrupter Einbruch zu erwarten, sondern ein langfristiges Plateau: Die Förderung stagniert auf hohem Niveau und geht nur langsam zurück.
Der entscheidende Punkt: Das Goldangebot wächst künftig kaum noch – selbst bei steigenden Preisen.
Warum lässt sich die Goldförderung nicht einfach ausweiten?
Die leicht zugänglichen Goldvorkommen sind weitgehend erschlossen. Neue Lagerstätten liegen tiefer, sind komplexer und extrem kapitalintensiv. Trotz hoher Explorationsbudgets werden immer weniger sogenannte Tier-1-Vorkommen entdeckt – also Minen mit wirklich großen Fördermengen.
Hinzu kommen:
strengere Umweltauflagen
steigende Energie- und Produktionskosten
lange Entwicklungszeiten von 10 bis 15 Jahren bis zur Produktion
Das Ergebnis: Das Goldangebot ist unelastisch und kann nicht kurzfristig erhöht werden.
Ein endliches Gut: Wie lange reicht das Gold noch?
Aktuell werden weltweit rund 3.300 Tonnen Gold pro Jahr gefördert. Die bekannten, wirtschaftlich abbaubaren Reserven belaufen sich auf etwa 64.000 Tonnen. Rechnet man diese Zahlen hoch, ergibt sich ein erstaunlich kurzes Zeitfenster: Bei gleichbleibender Förderung wären die förderfähigen Reserven in weniger als 20 Jahren erschöpft.
Für ein Metall, das seit über 6.000 Jahren abgebaut wird, ist das ein historisch bemerkenswerter Befund.
Gold als wichtigste Absicherung für 2026
Die Bank of America sieht Gold 2026 als zentralen Stabilitäts- und Performancefaktor in Anlegerportfolios. In einer Welt, in der das Angebot an seine Grenzen stößt, wird Gold zur strategischen Absicherung – und potenziellen Alpha-Quelle.
Auch die UBS zeigt sich optimistisch und hat ihr Kursziel für das erste Quartal 2026 bereits auf 5.000 US-Dollar angehoben.
Zentralbanken treiben die Nachfrage
Ein wesentlicher Treiber bleibt die Nachfrage der Zentralbanken, insbesondere in den Schwellenländern. Staaten wie China, Indien oder Kasachstan bauen ihre Goldreserven massiv aus – oft zulasten des US-Dollars.
Bemerkenswert: Weltweit halten Zentralbanken inzwischen mehr Gold als US-Staatsanleihen. Physische Werte gewinnen an Bedeutung, während das Vertrauen in Papiergeld schwindet.
Wie viel Gold gehört ins Portfolio?
Trotz dieser Entwicklungen halten professionelle Vermögensverwalter aktuell im Schnitt nur rund 0,5% ihres Kapitals in Gold. Für Privatanleger hingegen hält die Bank of America eine Quote von 20 bis 30% für gerechtfertigt, um Portfolios im aktuellen Umfeld abzusichern.
Sollten größere Kapitalströme in Bewegung geraten, könnte der Markt sehr schnell unter Angebotsdruck geraten.
Silber: Der Hebel auf Gold?
Wo Gold knapp wird, rückt Silber zunehmend in den Fokus. Sollte Silber zu seinem historischen Verhältnis zum Goldpreis zurückkehren, sehen Analysten mögliche Kursziele von 135 bis über 300 US-Dollar. Besonders brisant: Engpässe bei physischem Silber könnten Marktteilnehmer zusätzlich unter Druck setzen.
Fazit: Eine neue Ära für Edelmetalle?
Die Zeichen verdichten sich: stagnierende Produktion, steigende Kosten und eine strukturell wachsende Nachfrage. Sollte sich nach dem Peak 2027 ein dauerhaftes Angebotsdefizit etablieren, könnte die 5.000-Dollar-Marke beim Gold nur ein Zwischenziel sein.